Institut für Buchwissenschaft Erlangen
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg
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Inhalt

Lesekulturen im Umbruch

Interdisziplinäre Tagung der Erlanger Buchwissenschaft

Termin: 21.06.2012, 13:00–19:00 Uhr | 22.06.2012, 09:00–18:00 Uhr | 23.06.2012, 09:00–13:00 Uhr
Tagungsort: Erlangen, Kulturzentrum E-Werk, Clubbühne | Erlangen, Kollegienhaus, Senatssaal (Abendvortrag)
Tagungsleitung: Dr. habil. Axel Kuhn; Prof. Dr. Ursula Rautenberg
Ansprechpartner: Dr. habil. Axel Kuhn

Drittmittelgeber:

Dr. German Schweiger Stiftung | Walter de Gruyter Stiftung für Wissenschaft und Forschung | BW Bildung und Wissen Verlag | Thalia Buchhandlung Palm&Enke Erlangen | Thalia Buchhaus Campe Nürnberg

Programm:

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Abstract

Der Einladung der Erlanger Buchwissenschaft zur interdisziplinären Tagung »Lesekultur(en) im Umbruch« waren zahlreiche renommierte Leseforscher gefolgt, deren Zusammensetzung den interdisziplinären Charakter des Forschungsgegenstandes widerspiegelte. Im Mittelpunkt der Tagung standen Ergebnisse und Perspektiven der einzelnen Disziplinen im Hinblick auf die derzeit stattfindenden Umbrüche der gesellschaftlichen Kommunikation durch neue (digitale) Leseweisen und Lesemedien sowie neue Herausforderungen für Individuen, Familien und soziale Organisationen.

Tagungsbericht

Ganz im Zeichen des Lesens und der Schriftsprache stand die interdisziplinäre Tagung »Lese-kultur(en) im Umbruch«, die am 21. und 22. Juli im Kulturzentrum E-Werk in Erlangen stattfand. Der Einladung der Erlanger Buchwissenschaft der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg waren zahlreiche renommierte Leseforscher gefolgt, deren breite Zusammensetzung zugleich den äußerst interdisziplinären Charakter des Forschungsgegenstandes und die vielfältigen Teilbereiche und Methoden widerspiegelte. Im Mittelpunkt der Tagung standen Ergebnisse und Perspektiven der einzelnen Disziplinen im Hinblick auf die derzeit stattfindenden Umbrüche der gesellschaftlichen Kommunikation durch neue (digitale) Leseweisen und Lesemedien sowie die dadurch entstehenden neuen Herausforderungen für Individuen, Familien und soziale Organisationen.

 

Während Prof. Dr. Ursula Christmann im Eröffnungsvortrag die Schwierigkeiten der Prognostik kulturellen Wandels thematisierte, referierten Prof. Dr. Markus Bader und Prof. Ralf de Jong über die Mikroebene des Leseverstehens, zum einen aus der Perspektive des Sprachverstehens, zum anderen aus der Perspektive der Lesbarkeit typografisch gestalteter Texte.

 

Den zweiten Teil eröffnete Prof. Dr. Margit Böck mit der Erkenntnis, dass das Lesen sich inzwischen auch institutionell weitgehend vom Buch gelöst hat, die Forschung dies aber bislang zu wenig berücksichtigt. Dr. Günther Fetzer beleuchtete die institutionelle Verankerung des Lesens aus Sicht der Literaturkritik, während Prof. Dr. Stefan Aufenanger die Leseförderung durch und für digitale Texte in den Blick nahm. Marina Mahling stellte ihre Forschung zum Verhältnis von Buchbeschaffung und tatsächlicher Nutzung vor.

 

Den dritten Teil eröffnete Dr. Axel Kuhn mit einem Vortrag zum Lesen als Mittel der Identitätskonstruktion und stellte heraus, dass Lesen heute nicht mehr die gleiche Bedeutung wie in der Moderne haben kann. Dr. Maik Philipp thematisierte anschließend die Bedeutung der peer group und der in ihr stattfindenden Anschlusskommunikation für das Lesen. Danach stellte Prof. Dr. Christine Garbe Ergebnisse einer geschlechtsspezifischen Betrachtung des Lesens vor. Dr. Laura Suna referierte weiterhin über den Einfluss des Migrationshintergrunds auf das Leseverhalten. Abschließend berichtete Bettina Muratovi? über die Ergebnisse ihrer Doktorarbeit zum Vorlesen digitaler Texte und fragte danach, inwiefern digitale Lesemedien die Lesesozialisation verändern werden.

 

Die weitreichenden Diskussionen im Anschluss verdeutlichten, wie stark sich die Umbrüche durch digitale Kommunikation im Feld des Lesens niederschlagen, wie komplex der Bereich der Leseforschung ist und wie viele offene Fragen in der Gegenwart hier noch existieren. Mit der Tagung wurde das Bewusstsein für die Interdisziplinarität des Themas gestärkt und Anknüpfungspunkte der weiteren Forschung geschaffen.